P a r i s ,  den 24. Februar 1837. 

 
 Werthester Herr Hvas!
   
 Ich hoffe, daß diese Zeilen Sie ganz hergestellt finden, und ich bedaure sehr,
5Erläuterung zu: Hvasdaß Sie mir in Ihrem letzten Briefe nicht gesagt haben, wie die Reise in Ihrem
 bedenklichen Zustande auf Sie gewirkt hat. Was mich betrifft, so leide ich
 seit vier Wochen an der Grippe, und ich fürchte, die beykommende Arbeit,
 die Vorrede zum »Don Quixote«, hat der Influenz dieser Krankheit nicht ent-
 gehen können. Sie hätten dieselbe aber bereits längst in Händen, wenn mir Ihr
10Brief nicht durch Portier- oder Briefträger-Dummheit so spät zukam, und dann
 Erläuterung zu: Ihren zweyten Briefmußte ich den Anfang wieder ganz umarbeiten, als ich Ihren zweyten Brief
 Erläuterung zu: Viardots Berichterhielt, worin Sie mir melden, daß der Uebersetzer auch Viardots Bericht über
 das Leben des Cervantes mittheilt. Ueberhaupt aber war es mir störsam, daß
 Erläuterung zu: der Uebersetzerich nicht wußte, mit welchen Noten oder sonstigen Erklärungen der Ueber-
15 setzer das Buch begleitet, und daß ich nur wenige von den Holzschnitten bis
 jetzt sehen konnte. Und doch war vieles hierüber zu sagen. Wenn Sie am
 Schlusse etwa Noten geben (geben Sie sie bey Leibe nicht  u n t e r  dem Text),
 Erläuterung zu: eine kleine Nachredeso möchte ich wohl noch einige Schlußworte, eine kleine Nachrede, zum »Don
 Quixote« geben, und ich glaube, da Sie das Buch wahrscheinlich in Lieferungen
20publiziren, ist dergleichen dieser Publikazion förderlich. Es versteht sich, daß
 ich nichts dafür verlange. Da ich für solches Nachwort Zeit genug habe, so
 kann ich ohne Mühe in einer kleinen Mußestunde etwas Besseres schreiben
 als jetzt mit aller Anstrengung. Für diesen Fall dürften Sie ankündigen, daß ich
 das Buch mit  V o r r e d e  und  N a c h w o r t  begleite.
25Erläuterung zu: auf ihren Brief  Warum ich der Brodhagschen Buchhandlung auf ihren Brief, wo sie wieder-
 holt meine Bedingungen für die Gesammtausgabe zu kennen wünscht, nicht
 Erläuterung zu: einer anderen Buchhandlungantwortete, warum ich wahrscheinlich mit einer anderen Buchhandlung, die
 mir weit unter meiner Erwartung stehende  O f f e r t e n  macht, aber diese
 Offerten  g a n z   b e s t i m m t   m i r   e n t g e g e n   b r i n g t ,  nächstens abschließe,
30wird Ihnen Herr Lewald erklären, und auch Sie werden es leicht begreifen,
 wenn Sie sich dessen, was wir in dieser Beziehung hier in Paris gesprochen
 haben, erinnern. Befremdlich war es mir, daß in dem Brief der Brodhagschen
 Buchhandlung mit keinem Worte des »Don Quixotes« Erwähnung geschah
 – und da ich nur von Ihnen darüber Bericht und Rimesse erhielt, so schicke
35ich Ihnen meine Arbeit und nicht der Buchhandlung, deren Personal ich nicht
 Erläuterung zu: Rest des Honorarskenne; und Sie, mein werthester Herr Hvas, bitte ich, mir den Rest des Hono-
 rars, 500 Franks, in einem Wechsel auf Paris recht bald zuzusenden. Ich sage:
 sobald als möglich, denn ich bin nicht stark bey Casse. –
 
  Februar 1837 — HSA Bd. 21, S. 185
 
   Da ich in Ihnen einen ungewöhnlichen Scharfblick für buchhändlerische
 Geschäfte entdeckt zu haben glaube, auch sonstig das größte Vertrauen in Sie
 setze, so wünschte ich, daß Sie meiner nicht vergessen, wenn sich die Gelegen-
 heit bietet, in einer literarischen großen Unternehmung meine Thätigkeit und
5meinen Namen zu benutzen. Sie dürfen überzeugt seyn, daß man mit mir
 Erläuterung zu: ###252;ber ein Unternehmenleicht fertig wird. Vielleicht schreibe ich Ihnen nächstens über ein Unternehmen,
 wobey Ihre Einsicht mir vielleicht von großem Nutzen seyn kann. Mit  I h n e n 
 möchte ich gern in Geschäftsverbindung bleiben. Die Brodhagsche Buch-
 handlung ist für mich eine unbekannte Größe, und ich kann kein Geschäft
10machen, wenigstens keins, wo die höchsten Interessen auf dem Spiele stehen,
 ohne die Personen zu kennen. Jedenfalls bitte ich Sie aber, sobald Sie mir über
 die definitive Gestaltung dieser Buchhandlung etwas Genaues sagen können
 oder dürfen, es gelegentlich nicht zu unterlassen; auf Diskrezion dürfen Sie
 rechnen.
15  Leben Sie wohl, schreiben Sie mir bald, schicken Sie mir bald Geld, und
 wenn der Druck des Buches beginnt, schicken Sie mir die ersten Aushänge-
 bogen. Auch sagen Sie mir genau, wie lang der Druck dauert, damit ich mich
 darnach richte für den Fall, daß Ihnen mein Vorschlag einer Nachrede zu-
 sagt.
20
Ihr hochachtungsvoll ergebener
 
 H e i n r i c h   H e i n e .