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  schernden Quellen und von dem schallenden Echo. Wenn frohe Jugend
  Jund schöne Natur zusammen kommen, so freuen sie sich wechselseitig.
  Je tiefer wir hinab stiegen, desto lieblicher rauschte das unterirdische
  Gewässer, nur hier und da, unter Gestein und Gestrippe, blinkte es
5 hervor, und schien heimlich zu lauschen, ob es ans Licht treten dürfe,
  und endlich kam eine kleine Welle entschlossen hervor gesprungen.
  Nun zeigt sich die gewöhnliche Erscheinung: ein Kühner macht den
  Anfang, und der große Troß der Zagenden wird plötzlich, zu seinem
  eigenen Erstaunen, von Muth ergriffen, und eilt, sich mit jenem Ersten
10 zu vereinigen. Eine DHMenge anderer Quellen hüpften jetzt hastig aus
  ihrem Versteck, verbanden sich mit der zuerst hervorgesprungenen,
  und bald bildeten sie zusammen ein schon bedeutendes Bächlein, das
  in unzähligen Wasserfällen, und in wunderlichen Windungen, das Berg-
  thal hinab rauscht. Das ist nun die Ilse, die liebliche, süße Ilse. Sie zieht
15 sich durch das gesegnete Ilsethal, an dessen beiden Seiten sich die Berge
  allmählig höher erheben, und diese sind, bis zu ihrem Fuße, meistens
  mit Buchen, Eichen und gewöhnlichem Blattgesträuche bewachsen,
  nicht mehr mit Tannen und anderm Nadelholz. Denn jene Blätterholz-
  art wird vorherrschend auf dem »Unterharze«, wie man die Ostseite
20 des Brockens nennt, im Gegensatz zur Westseite desselben, die der
  »Oberharz« heißt, und wirklich viel höher ist, und also auch viel ge-
  eigneter zum Gedeihen der Nadelhölzer.
  Es ist unbeschreibbar, mit welcher Fröhlichkeit, Naivität und An-
  muth die Ilse sich hinunter stürzt über die abentheuerlich gebildeten
25 Felsstücke, die sie DHin ihrem Laufe findet, so daß das Wasser hier wild
  empor zischt oder schäumend überläuft, dort aus allerley Steinspalten,
  wie aus tollen Gießkannen, in reinen Bögen sich ergießt, und unten
  wieder über die kleinen Steine hintrippelt, wie ein munteres Mädchen.
  Ja, die Sage ist wahr, die Ilse ist eine Prinzessinn, die lachend und blü-
30 hend den Berg hinab läuft. Wie blinkt im Sonnenschein ihr weißes
  Schaumgewand! Wie flattern im Winde ihre silbernen Busenbänder!
  Wie funkeln und blitzen ihre Diamanten! Die hohen Buchen stehen da-
  bey gleich ernsten Vätern, die verstohlen lächelnd dem Muthwillen
  des lieblichen Kindes zusehen; die weißen Birken bewegen sich tanten-
35 haft vergnügt, und doch zugleich ängstlich über die gewagten Sprünge;
  der stolze Eichbaum schaut drein wie ein verdrießlicher Oheim, der das
  schöne Wetter bezahlen soll; die Vögelein in den Lüften jubeln ihren
  Beyfall, die Blumen am Ufer flüstern zärtlich: O, nimm uns mit, nimm
  uns mit, lieb' Schwesterchen! – aber das lustige Mädchen springt un-
40 aufhaltsam DHweiter, und plötzlich ergreift sie den träumenden Dichter,
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